KSA und Google planen EU-Whitelist für lizenzierte Anbieter

Die niederländische Glücksspielaufsicht KSA und Google arbeiten an einer EU-weiten Whitelist lizenzierter Glücksspielanbieter – unlizenzierte Werbung soll künftig blockiert werden. Ein Starttermin fehlt noch. Dieser Artikel erklärt die Hintergründe, die rechtlichen Grundlagen und was die Initiative für den europäischen Markt bedeutet.

 

Google und die KSA wollen unlizenzierte Glücksspielwerbung in Europa aussortieren

Am 14. Oktober 2026 bestätigte KSA-Chef Michel Groothuizen öffentlich, dass die niederländische Glücksspielaufsicht gemeinsam mit Google an einer EU-weiten Whitelist lizenzierter Anbieter arbeitet. In unseren Casino Nachrichten haben wir diese Entwicklung genau verfolgt.

Das Prinzip ist klar: Nur Anbieter, die auf dieser Liste stehen, sollen künftig bei Google Werbung schalten dürfen. Wer keine gültige Lizenz nachweisen kann, fliegt aus dem Werbesystem heraus.

Einen konkreten Starttermin für die Whitelist gibt es bislang nicht. Die Initiative befindet sich noch in der Entwicklungsphase, und weder technische Details noch ein Rollout-Plan wurden bisher veröffentlicht. Für Spieler und Compliance-Verantwortliche bedeutet das: Die Umsetzung bleibt vorerst abzuwarten.

Das Dublin-Treffen mit Google und Meta führte zur gemeinsamen Taskforce

Der Ausgangspunkt der EU-Whitelist-Initiative liegt in Dublin: Europäische Glücksspielregulierer trafen sich dort mit Vertretern von Google und Meta, um gemeinsam gegen unlizenzierte Glücksspielwerbung vorzugehen. Aus diesem Treffen ging eine multilaterale Taskforce hervor, an der neben der KSA auch weitere nationale Aufsichtsbehörden beteiligt sind.

Die Taskforce verfolgt ein klares Ziel: die Sichtbarkeit international nicht lizenzierter Anbieter in Suchergebnissen und auf Social-Media-Plattformen deutlich zu reduzieren. Dass sowohl Google als auch Meta am Tisch saßen, unterstreicht den plattformübergreifenden Ansatz der Initiative.

KSA-Chef Groothuizen setzt auf Kooperation und kündigt dennoch Klagen an

Michel Groothuizen, Vorsitzender der niederländischen Glücksspielaufsicht KSA, begrüßt die Zusammenarbeit mit Google ausdrücklich. Gleichzeitig lässt er keinen Zweifel daran, dass freiwillige Kooperation allein nicht ausreicht.

Seine Kernthese ist direkt: Plattformen wie Google und Meta verdienen an Glücksspielwerbung. Werbebeschränkungen freiwillig einzuführen widerspricht ihrem Geschäftsmodell. Groothuizen formulierte es so: „Voluntarily giving this up or imposing substantial restrictions on themselves goes squarely against their business model.“

Daraus zieht er eine klare Konsequenz. Sollte die Kooperation nicht die gewünschten Ergebnisse liefern, will die KSA rechtliche Schritte einleiten. Als Grundlagen nennt er das niederländische Recht sowie den Digital Services Act (DSA) der EU.

Hier sollten Sie jedoch die Grenzen realistisch einschätzen: Verfahren dieser Art können laut Groothuizen bis zu fünf Jahre dauern. Zudem liegt die DSA-Durchsetzung institutionell eher bei der Europäischen Kommission als bei nationalen Behörden. Die KSA kann Druck aufbauen, aber keine EU-weite Sanktion allein durchsetzen. Das schwächt die Drohkulisse zumindest teilweise.

Illegale Werbung erreicht Minderjährige und ausgeschlossene Spieler

Laut KSA zielt illegale Glücksspielwerbung in sozialen Netzwerken gezielt auf besonders vulnerable Gruppen: Minderjährige und Spieler, die sich über Selbstsperrprogramme vom Glücksspiel ausgeschlossen haben. Beide Gruppen sollen Werbung von Anbietern sehen, die keine gültige Lizenz besitzen.

Das Problem liegt in der algorithmischen Logik der Plattformen. Wer einmal Glücksspielinhalte konsumiert hat, bekommt weitere ausgespielt – unabhängig vom Alter oder Sperrstatus. Genau hier setzt die KSA an: Eine Whitelist lizenzierter Anbieter soll verhindern, dass solche Werbung überhaupt ausgespielt wird.

Fünf Jahre nach der Marktöffnung bleibt die Channelisation in den Niederlanden lückenhaft

Der niederländische Online-Glücksspielmarkt öffnete sich im Oktober 2021 nach jahrelanger Vorbereitung. Fünf Jahre später zeigt die Bilanz der KSA ein zweigeteiltes Bild.

Auf der einen Seite: Rund 90 % der niederländischen Online-Spieler nutzen ausschließlich lizenzierte Anbieter. Das klingt nach einem Erfolg. Auf der anderen Seite fließen laut KSA nur etwa 53 % des gesamten Geldumsatzes in den lizenzierten Markt. Die Diskrepanz ist erheblich: Viele Spieler kennen lizenzierte Anbieter, setzen aber trotzdem erhebliche Summen bei international lizenzierten Anbietern ein.

Genau diese Lücke macht die Debatte um unlizenzierte Werbung so dringend. Solange international lizenzierte Anbieter über Google und Social Media sichtbar bleiben, bleibt die Channelisation strukturell unvollständig.

EU-Recht, nationale Zuständigkeiten und die offene Frage nach dem Start der Whitelist

Einen konkreten Starttermin für die EU-Whitelist gibt es Stand Oktober 2026 nicht. Weder KSA noch Google haben einen Rollout-Plan oder technische Spezifikationen veröffentlicht.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Glücksspiellizenzen sind EU-weit national geregelt. Eine MGA-Lizenz aus Malta gilt nicht automatisch in den Niederlanden. Wie unterschiedliche nationale Zulassungen unter einen gemeinsamen Standard fallen sollen, bleibt offen.

Auch die DSA-Durchsetzung ist institutionell ungeklärt. Zuständig wäre primär die Europäische Kommission, nicht die KSA. Groothuizen räumt selbst ein, dass entsprechende Verfahren bis zu fünf Jahre dauern könnten.

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Seit seiner Kindheit hat Nils gerne gelesen und selbst Texte geschrieben. Nach jahrelanger Unschlüssigkeit, was den späteren Beruf angeht, führte währ...

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