HMRC präzisiert Steuerregeln für Freispiele ab April 2027

Die britische Steuerbehörde HMRC hat am 28. Oktober 2026 neue Regeln zur Remote Gaming Duty veröffentlicht, die ab 1. April 2027 gelten. Betreiber müssen dann präzisere Vorgaben für Freispiele, Turniere und Preise beachten. Spielerangebote werden dadurch nicht verboten.

 

HMRC stellt neue Regeln für Freispiele, Preise und Turniere vor

Am 28. Oktober 2026 veröffentlichte die britische Steuerbehörde HMRC neue Regelungen zur steuerlichen Behandlung von Freispielen, Preisen und Turnieren. In unseren Casino Nachrichten berichten wir regelmäßig über solche regulatorischen Entwicklungen. Die Änderungen betreffen ausschließlich Online-Casino-Betreiber mit britischer Lizenz und greifen in den Finance Act 2014 ein. Ab dem 1. April 2027 gelten präzisere Regeln für die Berechnung der Remote Gaming Duty.

Restricted plays umfassen nicht auszahlbares Guthaben und erlassene Einsätze

Ab April 2027 fasst HMRC unter dem Begriff „restricted plays“ zwei Angebotstypen zusammen: nicht auszahlbares Guthaben, das der Betreiber bereitstellt, sowie Spielrunden, bei denen der reguläre Einsatz ganz oder teilweise entfällt. Beide Varianten fließen in die Berechnung der Remote Gaming Duty ein. Entscheidend ist dabei nicht die technische Spielmechanik, sondern die vertraglichen Teilnahmebedingungen des jeweiligen Angebots.

Gewonnene Freispiele bleiben nur unter strikten Bedinungen steuerfrei

Ein über ein anderes restricted play gewonnenes Freeplay bleibt nur dann steuerfrei, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Das Freeplay muss direkt aus einem anderen restricted play stammen, und der Betreiber darf dem Spieler keinen alternativen Vorteil anbieten. Sobald ein Ersatzvorteil gewährt wird, entfällt die Ausnahme vollständig. Diese enge Voraussetzung verhindert, dass Betreiber Freispielketten steuerlich optimieren, ohne echten Spielwert weiterzugeben.

Turniere und Preise erhalten präzisere steuerliche Definitionen

Ab April 2027 legt HMRC fest, wann Turnierteilnahme steuerlich als Glücksspiel gilt: entscheidend sind die Teilnahmebedingungen, nicht die Spielmechanik selbst. Ein Preis zählt künftig nur dann als solcher, wenn er nach den veröffentlichten Spielregeln zu zahlen oder bereitzustellen ist. Rückzahlungen nach Spielabbruch oder vorzeitigem Ende können ebenfalls als Preis gewertet werden und fließen damit in die RGD-Berechnung ein.

HMRC will Rechtssicherheit schaffen und Streitfälle vermeiden

HMRC bezeichnet die Reform ausdrücklich als Compliance-Maßnahme: Die neuen Regeln sollen „greater certainty for operators, reduce the scope for dispute and protect future revenues“ schaffen. Bislang führten unterschiedliche Auslegungen des Finance Act 2014 zu kostspieligen Rechtsstreitigkeiten. Die präziseren Definitionen für Restricted Plays, Preise und Turniere sollen den Interpretationsspielraum bei der RGD-Berechnung künftig deutlich einengen. HMRC stellt zudem klar: „This measure is not expected to have an Exchequer impact.“

Der Jumpman-Fall zeigt, warum die Änderung jetzt kommt

Am 25. September 2026 hob das Upper Tribunal (Tax and Chancery Chamber) HMRC-Nachforderungen gegen Jumpman Gaming Ltd über rund 13,2 Millionen Pfund (umgerechnet rund 15,7 Millionen Euro) auf. Der Streit betraf Free Spins aus dem Zeitraum Juli 2018 bis Dezember 2022. Das Gericht stellte fest, dass die Teilnahmebedingungen entscheidend seien, nicht die Spielmechanik selbst. HMRC interpretierte Freispiele anders als die Richter – dieser Auslegungskonflikt liefert den direkten Anlass für die nun geplante Gesetzesänderung.

Betreiber müssen bis 1. April 2027 umstellen, Spielerangebote werden nicht verboten

Die neuen RGD-Regeln betreffen ausschließlich die steuerliche Buchführung der Betreiber. Wer Freispiele, Turniere oder Bonusguthaben anbietet, muss seine internen Abrechnungssysteme bis zum 1. April 2027 an die neue Terminologie und Berechnungslogik anpassen. Ein Bonusverbot oder konkrete Kürzungen von Spieleraktionen sind in den HMRC-Dokumenten nicht vorgesehen. Für Spieler ändert sich an den Angeboten selbst zunächst nichts.

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Seit seiner Kindheit hat Nils gerne gelesen und selbst Texte geschrieben. Nach jahrelanger Unschlüssigkeit, was den späteren Beruf angeht, führte währ...

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