Wichtigste Änderungen seit dem 1. Oktober 2026
Zum 1. Oktober 2026 trat Maltas überarbeitetes Glücksspielsteuer- und Mehrwertsteuersystem in Kraft – die erste große Reform seit 2018. Rechtsgrundlage bilden die Legal Notices 84 und 86 von 2026, verabschiedet unter Beteiligung der Malta Gaming Authority (MGA) und der Malta Tax and Customs Administration (MTCA).
Die Reform führt eine neue Drei-Stufen-Systematik mit Steuersätzen von 15, 10 und 5 Prozent ein. Gleichzeitig werden Gaming Tax und Gaming Device Levy zu einer einheitlichen Abgabe zusammengeführt. Für MGA-Lizenznehmer bedeutet das unmittelbar angepasste Reporting-Pflichten – sowohl steuerlich als auch umsatzsteuerlich.
Neue Steuersätze und Spieltypen im Überblick
Ab dem 1. Oktober 2026 gilt für MGA-Lizenznehmer eine dreistufige Gaming-Tax-Struktur mit 15, 10 und 5 Prozent – je nach Produkttyp.
Type 1 bis Type 4: Welche Angebote wie besteuert werden
Controlled Gaming Premises und Junkets als Sonderfall
Präsenzspielstätten und Junket-Modelle fallen in eine eigene Kategorie und werden mit lediglich 5 Prozent besteuert – deutlich niedriger als Online-Casino-Umsätze mit maltesischen Spielern, die von 5 auf 15 Prozent gestiegen sind.
VAT-Reform: Was sich bei bestimmten Wett- und Casinoleistungen ändert
Die Mehrwertsteuerbehandlung für Sportwetten und bestimmte Casino-Angebote folgt ab dem 1. Oktober 2026 einer angepassten Place-of-Supply-Logik. Entscheidend ist dabei, wo der Spieler ansässig ist – nicht wo der Anbieter seinen Sitz hat.
Für MGA-Lizenznehmer bedeutet das konkret: Leistungen an maltesische Spieler unterliegen nun der maltesischen Mehrwertsteuer. Gleichzeitig eröffnet das neue System die Möglichkeit, anrechenbare Vorsteuerbeträge zurückzufordern – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind („recover eligible input VAT costs where applicable“).
Compliance-Teams sollten prüfen, welche ihrer Produkte unter die angepassten VAT-Tatbestände fallen, da die Abgrenzung zwischen einzelnen Wett- und Casino-Leistungen nicht vollständig spezifiziert ist.
Übergangsregeln, Portalumstellung und Fristen für Lizenznehmer
Rechtskraft und technische Umsetzung fallen bei dieser Reform zeitlich auseinander – das ist für Compliance-Teams der kritische Punkt.
Für neue MGA Casinos bedeutet das: Zwei parallele Systeme laufen im Oktober gleichzeitig. September-Meldungen erfolgen noch über das bisherige Portal, Oktober-Meldungen erstmals über die neue Plattform.
Hintergrund: Warum Malta die Reform jetzt umsetzt
Die Reform ist kein spontaner Schritt, sondern das Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses. Malta hatte die Steuerstruktur für MGA-Lizenznehmer zuletzt 2018 grundlegend angepasst. Seitdem hat sich der internationale iGaming-Markt erheblich verändert.
Die maltesische Regierung verankerte die Überarbeitung als konkrete Haushaltszusage im Budget 2026. Vorausgegangen waren Branchenkonsultationen, unter anderem im April 2026, bei denen Betreiber und Regulierungsbehörden gemeinsam an einer tragfähigen Lösung arbeiteten. Die MGA beschreibt das Ergebnis als „balanced overall framework for the sector“.
Ziel ist es, Maltas Position als wettbewerbsfähige Glücksspieljurisdiktion langfristig zu sichern, ohne die fiskalische Nachhaltigkeit zu gefährden.
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