EU vereinheitlicht Geldwäsche-Regeln für Online-Casinos ab 2027

Die EU vereinheitlicht die Geldwäsche-Regeln für Online-Casinos. Die Verordnung 2024/1624 gilt laut European Gaming ab dem 10. Juli 2027 in allen 27 Mitgliedstaaten. Sie schafft eine EU-weite Definition von Glücksspieldiensten. Aktuell läuft laut Focus Gaming News bis zum 27. September 2026 eine Konsultation der Behörde AMLA.

 

 

Die neue EU-Geldwäscheverordnung zählt zu den größten Regulierungsvorhaben für den europäischen Glücksspielmarkt und reiht sich in weitere aktuelle Meldungen aus unseren Casino Nachrichten ein. Sie betrifft alle in der EU lizenzierten Anbieter gleichermaßen.

 

 

Was die neue EU-Geldwäscheverordnung für Online-Casinos festlegt

Die Regulation (EU) 2024/1624 wurde laut European Gaming am 19. Juni 2024 im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Nach Angaben von European Gaming und EU Reporter gilt sie ab dem 10. Juli 2027 unmittelbar in allen 27 Mitgliedstaaten. Sie ersetzt damit die bisherige Umsetzung über nationale Richtlinien durch einen direkt anwendbaren Regelrahmen.

Laut European Gaming schafft die Verordnung erstmals eine EU-weite Definition von Glücksspieldiensten. Im Zentrum steht die 2.000-Euro-Schwelle für die Kundensorgfaltspflicht. Anbieter müssen die Prüfpflichten anwenden, sobald ein Kunde einen Einsatz tätigt oder Gewinne von 2.000 Euro oder mehr einsammelt, in einer einzelnen oder in verbundenen Transaktionen.

Nach Angaben von Deloitte müssen Betreiber zusätzlich verbundene und aufgeteilte Transaktionen unterhalb dieser Schwelle überwachen. Damit sollen Umgehungsversuche über Einzahlungen, Einsätze und Gewinne erkannt werden.

AMLA-Konsultation läuft bis Ende September

Die Anti-Money Laundering Authority (AMLA) ist seit dem 1. Juli 2025 operativ und hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Nach Angaben des Compliance-Fachbeitrags von Miguel Luis auf iGaming Expert finalisierte die AMLA im Juli 2026 Entwurfsstandards für ein vierstufiges System zur Bewertung der Schwere von Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungs-Verstößen.

Laut Focus Gaming News läuft parallel bis zum 27. September 2026 eine öffentliche Konsultation zur risikobasierten Aufsicht. Diese Entwürfe betreffen ausdrücklich Online- und stationäre Glücksspielanbieter. Nationale Behörden begleiten den Prozess aktiv. Schwedens Glücksspielbehörde Spelinspektionen rief ihre lizenzierten Anbieter zur Teilnahme an der Konsultation auf. Die Entwürfe werden die Grundlage für die Arbeit der Aufsichtsbehörden zur Risikoklassifizierung und Aufsicht bilden.

Was sich für Anbieter zusätzlich ändert

Der Fachbeitrag von Miguel Luis auf iGaming Expert nennt zwei weitere zentrale Neuerungen. Erstens führt die Verordnung eine persönliche Haftung des oberen Managements ein, wenn Geldwäsche-Verstöße festgestellt werden. Zweitens sinkt die Identifizierungsschwelle für wirtschaftliche Eigentümer von „mehr als 25 Prozent“ auf „25 Prozent oder mehr“ der Anteile oder Stimmrechte.

Am deutlichsten betrifft das Anbieter mit einer EU-Lizenz, etwa die in der Branche verbreiteten neue MGA Casinos mit Lizenz der Malta Gaming Authority. Die Umstellung ist auch mit Kosten verbunden. Branchenschätzungen beziffern den operativen Kostenanstieg für mittelgroße Betreiber auf 8 bis 15 Prozent. Laut iGaming Expert verließen drei mittelgroße Betreiber im ersten Halbjahr 2026 den europäischen Markt und nannten die AMLA-Vorbereitungskosten als einen Faktor.

Keine einheitliche EU-Lizenz, aber ein gemeinsamer Standard

Trotz der Vereinheitlichung bleibt die Zuständigkeit für Lizenzen national. Es entsteht weder eine einheitliche EU-Glücksspiellizenz noch ein EU-Glücksspielregulierer. Mitgliedstaaten können strengere Anforderungen beibehalten und bestimmte risikoarme Dienste wie staatliche Lotterien unter Bedingungen ausnehmen.

Die AMLR ist Teil des EU-Geldwäschepakets 2024, gemeinsam mit der sechsten Geldwäscherichtlinie und der AMLA-Verordnung 2024/1620. Für deutsche Spieler ist das relevant, weil sie legal auch bei anderen in der EU lizenzierten Anbietern spielen dürfen. Wer ein neues Online Casino Ausland mit gültiger EU-Lizenz nutzt, fällt damit ab 2027 unter dieselben Sorgfaltspflichten wie in jedem anderen Mitgliedstaat.

Was bedeutet das für Spieler?

Ab dem 10. Juli 2027 gelten bei allen EU-lizenzierten Casinos dieselben Geldwäsche- und Sorgfaltspflichten. Identitäts- und Herkunftsprüfungen werden dadurch berechenbarer und über Ländergrenzen hinweg einheitlicher. Die 2.000-Euro-Schwelle bleibt der zentrale Auslöser für Prüfungen, weshalb Sie bei Einzahlungen, Einsätzen oder Auszahlungen ab diesem Wert mit standardisierten Nachweisen rechnen sollten.

Sie sollten Ihre Ausweis- und Adressdokumente daher aktuell halten, um Verzögerungen bei einer Auszahlung zu vermeiden. Legal spielen können Sie bei EU-lizenzierten Anbietern weiterhin, denn das Ziel der Verordnung ist mehr Transparenz und Sicherheit, kein Verbot.

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Seit seiner Kindheit hat Nils gerne gelesen und selbst Texte geschrieben. Nach jahrelanger Unschlüssigkeit, was den späteren Beruf angeht, führte währ...

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