GGL fordert mehr Befugnisse bei der Reform des GlüStV

Die GGL fordert im laufenden Evaluierungsprozess mehr Entscheidungsspielraum: Behördenchef Ronald Benter will Regeln künftig ohne Staatsvertragsänderung anpassen können und härtere Strafverfolgung international lizenzierter Anbieter durchsetzen. Alle Details zu dieser Entwicklung finden Sie in unseren Casino Nachrichten.

 

Die GGL fordert mehr Befugnisse.

Mehr Spielraum für die GGL

GGL-Vorstand Ronald Benter formuliert seine Kernforderung klar: „Die Länder sollten uns die Möglichkeit geben, Anpassungen ohne Änderung des Staatsvertrages vorzunehmen.“ Der Hintergrund ist nachvollziehbar. Der internationale Markt entwickelt sich schnell, während eine vollständige Novelle des Glücksspielstaatsvertrags Jahre dauert.

Konkret strebt die GGL eine Öffnungsklausel an. Diese würde es der Behörde erlauben, Regelanpassungen gemeinsam mit ihrem Verwaltungsrat zu beschließen, ohne jedes Mal alle 16 Bundesländer durch ein langwieriges Vertragsverfahren zu führen. Wichtig: Es geht nicht um vollständige Autonomie, sondern um schnellere Entscheidungen im bestehenden Gremienrahmen.

Benter begründet den Bedarf mit der Dynamik des Marktes. International lizenzierte Anbieter ohne deutsche Erlaubnis passen ihre Angebote laufend an. Die GGL kann darauf mit den heutigen Strukturen kaum zeitnah reagieren. Eine Öffnungsklausel würde diesen strukturellen Nachteil zumindest teilweise ausgleichen.

Warum der Glücksspielstaatsvertrag als zu starr gilt

Eine Änderung des Glücksspielstaatsvertrags erfordert die Zustimmung aller 16 Bundesländer – ein Prozess, der Jahre dauern kann. Für die GGL ist das ein strukturelles Problem: Der internationale Markt bewegt sich schnell, neue Anbieter und Angebotsformen entstehen laufend, während die Behörde auf veraltete Regelwerke angewiesen bleibt.

GGL-Vorstand Ronald Benter bringt es auf den Punkt: „Der illegale Markt ist sehr dynamisch.“ Genau deshalb fordert er eine Öffnungsklausel, die Anpassungen in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat ermöglicht – ohne jedes Mal den gesamten Staatsvertrag neu verhandeln zu müssen.

Die laufende Evaluierung des Vertrags ist das einzige realistische Zeitfenster für solche Reformen. Ein vollständig neuer Staatsvertrag wird frühestens 2027 erwartet.

Der Schwarzmarkt bleibt trotz Legalisierung groß

Knapp 77 Prozent des deutschen Online-Glücksspielmarkts entfallen laut einer GGL-beauftragten Studie auf lizenzierte Angebote. Das klingt zunächst positiv, bedeutet aber auch: Rund 23 Prozent der Einsätze fließen weiterhin zu international lizenzierten Anbietern ohne deutsche GGL-Erlaubnis.

Zum Vergleich: Das Marktvolumen im erlaubten Bereich belief sich zuletzt auf 14,4 Milliarden Euro Bruttospielerträge. Der Anteil, der außerhalb des deutschen Lizenzsystems bleibt, ist damit wirtschaftlich erheblich.

Erschwerend kommt hinzu, dass externe Schätzungen, etwa von H2 Gambling Capital, den Anteil international lizenzierter Anbieter deutlich höher ansetzen. Die Methoden unterscheiden sich, die Grundaussage bleibt jedoch dieselbe: Der legale und der internationale Markt bestehen weiterhin parallel nebeneinander. Für die GGL ist das der zentrale Antrieb hinter der Forderung nach mehr Befugnissen.

Welche Zahlen die GGL zur Wirkung der Regulierung vorlegt

Laut GGL-Tätigkeitsbericht entfallen knapp 77 Prozent des Marktvolumens auf lizenzierte Angebote. Der verbleibende Anteil von rund 23 Prozent fließt weiterhin zu international lizenzierten Anbietern ohne deutsche Erlaubnis.

Die Vollzugsbilanz der Behörde zeigt, wie aktiv die GGL bereits vorgeht:

Kennzahl Wert
Geprüfte Websites über 6.000
Verhängte Netzsperren 1.800
Betroffene Anbieter 254
Zugelassene Veranstalter/Vermittler 129
Bruttospielerträge (lizenzierter Markt) 14,4 Mrd. Euro

Diese Zahlen belegen eine messbare Kanalisierungswirkung. Dennoch bleibt ein erheblicher Teil des Marktes außerhalb des deutschen Lizenzsystems. Genau das ist der Kern der Reformdebatte: Die GGL will schneller reagieren können, als es der aktuelle Staatsvertrag erlaubt.

Immer wieder werden Maßnahmen ergriffen, um für deutsche Spieler attraktiver zu werden. Eine dieser Maßnahmen war beispielsweise die Erhöhung der GGL-Einsatzlimits.

Härteres Vorgehen gegen Anbieter im Ausland

Strafverfolgung gegen international lizenzierte Anbieter, die ohne deutsche GGL-Erlaubnis gezielt deutsche Spieler ansprechen, findet laut GGL bislang „so gut wie nie“ statt. Genau das will Vorstand Ronald Benter ändern.

Die Behörde fordert, dass Staatsanwaltschaften künftig auch gegen Personen vorgehen können, die ihren Sitz im Ausland haben, aber aktiv den deutschen Markt bewerben. Benter bringt es auf den Punkt: „Wir wollen die Anbieter aus mehreren Winkeln in die Mangel nehmen.“ Die erhoffte Abschreckungswirkung ist klar: Wer mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen muss, kalkuliert das Risiko anders.

Was die Reformdebatte für die nächsten Jahre bedeutet

Ein neuer Glücksspielstaatsvertrag ist frühestens 2027 zu erwarten. Bis dahin bleibt der aktuelle Rechtsrahmen in Kraft, auch wenn die laufende Evaluierung Anpassungsbedarf offenlegt. Offen bleibt, ob die 16 Bundesländer der GGL tatsächlich eine Öffnungsklausel zugestehen werden. Politischer Konsens ist in Föderalstrukturen selten schnell zu erreichen. Für Spieler bedeutet das: Die Marktstruktur mit rund 77 Prozent lizenziertem Volumen und einem weiterhin relevanten Markt an Casinos ohne deutsche Lizenz bleibt vorerst bestehen.

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Seit seiner Kindheit hat Nils gerne gelesen und selbst Texte geschrieben. Nach jahrelanger Unschlüssigkeit, was den späteren Beruf angeht, führte währ...

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